Vol. 74 / WO IST DAHEIM?

Wo ist daheim? In dieser Frage stecken viele weitere. Welche Bedeutung hat Zuhause in einer Zeit, in der viele Menschen vertrieben werden? Wann wird ein neuer Ort zum Daheim? Kann Erinnerung Heimat schaffen?
Die neue Ausgabe des Magazins „Das Jüdische Echo“ nähert sich diesen Fragen mit einer Vielzahl von Stimmen und Perspektiven. Die darin versammelten Texte betrachten Lebensgeschichten von Jüdinnen und Juden und widmen sich jüdischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Dabei schauen sie in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: kritisch, zweifelnd – und hoffnungsvoll.
Die Beiträge im Überblick
- Yvonne Brandl schreibt über Antisemitismuserfahrungen, die Jüdinnen und Juden der Dritten Generation gemacht haben – vor und nach dem 7. Oktober.
- Jana Mack und Julia Breitkopf erzählen über die Stimmen- und Meinungsvielfalt, die die Jüdische Gemeinschaft in Wien ausmacht.
- Danny Leder berichtet über das schwierige politische Klima, in dem sich Jüdinnen und Juden derzeit in Paris wiederfinden und teilt persönliche Erfahrungen.
- Tessa Szyszkowitz hat mit jüdischen Menschen in London über ihren Umgang mit Anfeindungen und Meinungsverschiedenheiten gesprochen.
- Anita Haviv-Horiner analysiert, ausgehend von der eigenen Geschichte, die Lebensrealität jüdischer Menschen in Israel und fragt: Wo sind wir heute sicher?
- Max Fellmann ist in das norditalienische Valsesia-Tal gereist, um eine jüdische Community kennenzulernen, die sich dort ein neues Leben aufgebaut hat.
- Susanne Scholl hat eine sehr persönliche Reflexion über Entwurzelung und Neuanfänge geschrieben. Und über die vielen Bedeutungen von „Heimat“. Stella Schumacher befasst sich mit interkonfessionellen Ehen.
- Zach Golden widmet sich dem Comeback des Jiddischen und untersucht die Gründe für die steigende Beliebtheit der Sprache.
- Gordon Lewis stellt die Frage, welche Hautfarben Jüdinnen und Juden haben und liefert zugleich die Antwort: alle.
- Barbara Staudinger beschreibt die Ausstellung „Schwarze Juden, Weiße Juden? Über Hautfarben und Vorurteile“ im Jüdischen Museum Wien.
- Linn Ritsch porträtiert Künstler:innen im brasilianischen São Paulo, die sich in ihrer Kunst mit ihren jüdischen Wurzeln auseinandersetzen.
- Sabine Gruber hat auf den Spuren jüdischer Flüchtlinge Apulien bereist.
- Werner Bauer begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit Istanbuls und erzählt, wie die jüdische Kultur die Stadt geprägt hat.
- Jennifer Young hat die komplizierten Beziehungen von Juden und Afroamerikanern in den USA recherchiert.
- Eva Berger befasst sich mit Erinnerungen an das Parkbetretungsverbot für die jüdische Bevölkerung Österreichs nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich.
- Christian Schüller hat mit Jüdinnen und Juden in Curaçao, Polen und Wien gesprochen.
- Für das Cover hat Christóbal Schmal die Frage „Wo ist daheim?“ künstlerisch interpretiert.
Über den Chefredakteur
Christian Schüller, geboren 1958, war 45 Jahre beim ORF als Fernseh- und Radiojournalist tätig. In dieser Zeit berichtete er als Auslandskorrespondent u.a. aus den USA, Lateinamerika, Russland und der Türkei. Außerdem war er Mitbegründer und jahrelanger Leiter des ORF-Reportageformats „Am
Schauplatz“.
Zur Zeitschrift
Das Jüdische Echo wurde 1951 von der Jüdischen Hochschülerschaft in Wien gegründet. Mitbegründer Leon Zelman, der bis zu seinem Tod 2007 auch Chefredakteur war, gelang es, aus einem kleinen Mitteilungsblatt für Studierende eine der bedeutendsten jüdischen Zeitschriften
Europas zu machen. Das Konzept des Magazins basiert auf der Idee, die große Vielfalt jüdischen Kultur- und Geisteslebens zu vermitteln und versteht sich als Stimme eines lebendigen Judentums, als Mittlerin für ein besseres Verständnis zwischen Jüd:innen und Nichtjüd:innen.
DAS JÜDISCHE ECHO Vol. 74
Christian Schüller (Hrsg.)
Falter Verlag 2026
EUR 19,90

